Fairtrade School

Hermann-Tast-Schule erhält Siegel „Fairtrade School“

Im Jahr 2015 hat sich die Hermann-Tast-Schule auf den Weg gemacht, sich für das Siegel „Fairtrade School“ zu bewerben. Stolz konnten wir am Nikolaustag 2018 sagen: Es ist vollbracht!
Alles begann mit dem Wunsch dreier Kollegen (Kirsten Burmeister, Birgitta Raddatz, Ralph Ettrich), im Lehrerzimmer nur noch fair gehandelten Kaffee und Tee anzubieten. Nach einem Geschmackstest und einiger Überzeugungsarbeit konnten wir die Kollegen für die neuen Produkte begeistern. Mittlerweile ist fair gehandelter Kaffee und Tee eine Selbstverständlichkeit an der HTS – auch in unserer Mensa.
Von diesem ersten Erfolg beflügelt, entstand die Idee, sich stärker für den fairen Handel zu engagieren. Bald fanden sich erste Schülerinnen und Schüler sowie Eltern, die uns unterstützten. Vieles hat sich seitdem schon getan: Zum Nikolaustag werden nur noch faire Schokofiguren verteilt, die Schulkleidung besteht aus fair gehandelter Baumwolle, zu ausgewählten Abendveranstaltungen verköstigen wir die Gäste unserer Schule mit fairen Getränken und Naschereien und mehrfach wurden Projekte zu unterschiedlichen Themen des fairen Handels durchgeführt. Vielen in Erinnerung geblieben ist bis heute die „Faire Woche“, in der allen Schülerinnen und Schülern der Sekundarstufe I das Thema „Fairer Handel“ auf unterschiedlichste Weise nähergebracht wurde. Der Aktionstag 2018 widmete sich – passend zum internationalen Frauentag – dem Thema „Frauenrechte und faire Rosen“. 2019 haben wir mit der Aktion "Fairday for future für Fünftklässler" unseren Sextaners das Thema Fairtrade näher gebracht. Außerdem fand ein Kurzfilmfestival zu fair gehandelten Produkten statt.
Das Fairtrade-Team ist heute ein fester Bestandteil der HTS und beteiligt sich auch an der Aktion Fairtrade-Town Husum.
Mehr zum Thema Fairtrade Schools finden sich hier.

Ansprechpartner: Birgitta Raddatz, Ralph Ettrich

Aktionen der letzten Jahre

Seit 2018 ist die Hermann-Tast-Schule eine „Fairtrade School“. Nachdem die Bewerbung abgeschlossen und die Ernennung erfolgt ist, besteht nun die Aufgabe, jedes Schuljahr  eine größere Veranstaltung zu fair gehandelten Produkten durchzuführen, dies ist eine Bedingung für den Erhalt des Titels.

Fairday for future für Fünftklässler (Aktion 2019)

Schon gleich im August wurden Pläne für die „Jahres-Aktion“ geschmiedet, zu der wir uns als „Fair-Trade-School“, die wir seit dem 6. November 2018 offiziell sind, verpflichtet haben. Schnell war das Thema der Aktion gefunden: Fairday for future. Dieses Mal sollten die Sextaner im Mittelpunkt stehen.
Doch wie kann man die „ganz Kleinen“ für das Thema begeistern und vor allem: wie kann man zum Teil recht theoretische Informationen so aufarbeiten, dass die Fünftklässler Lust bekommen, vielleicht später selbst einmal aktiv zu werden? Dazu brauchten wir Hilfe, die wir in der 8d und in 22-Ges fanden.

Luna aus der 8d berichtet Folgendes dazu: In diesem Jahr wurde die große Fairtrade-Aktion Fairday for future für Fünftklässler von zwei Klassen vorbereitet. Es handelt sich hierbei um die 8d von Frau Raddatz und das Profil 22-Ges, welches Herr Ettrich in WiPo unterrichtet. Diese beiden Lehrer sind auch die Ansprechpartner an der HTS für Fairtrade.
Wir, die 8d, machten uns im Geographieunterricht erst einmal gründlich mit dem Thema Fairtrade vertraut, um dann in verschiedenen Gruppen von 5-6 Schüler*Innen für je eine fünfte Klasse alles weitere zu planen. Wir suchten uns eigene Schwerpunktthemen für die Vorführstunden heraus, planten den zeitlichen Ablauf, übten unsere Vorträge vor Mitschülern und erstellten Arbeitsmaterialien, mit denen wir alle fünften Klassen rund um das Thema Fairtrade informieren wollten.

Als dann der 15. November gekommen war, war die Aufregung deutlich spürbar: endlich sollte es losgehen! Wir gingen für 70 Minuten in die fünf Sextanerklassen und brachten den Schülern das Thema Fairtrade näher. Man merkte, dass sich die Mühen und der Zeitaufwand gelohnt hatten. Es machte uns nämlich richtig viel Spaß, die Fünftklässler zu informieren. Sie waren sehr aufmerksam, konnten gut zuhören und ihre Fragen zeigten uns, dass sie sich für das Thema sehr interessieren. Wir haben auch verschiedene faire Produkte zum Probieren angeboten, von fairen Säften über faire Schokolade und Kekse bis hin zu Fairtrade-Bananen.
Wir erzählten den Sextanern viel über die Kakaoernte und dass leider in der von fast allen heißgeliebten Schokolade in der Regel sehr viel Kinderarbeit steckt. Um Schokolade mit gutem Gewissen genießen und fair-speisen zu können, ist es eine gute Möglichkeit, Fairtrade-Schokolade zu kaufen: Fairtrade verbietet nämlich den Einsatz von Kinderarbeit. Diesen großen Vorteil sowie weitere gute Argumente für Fairtrade, wie z.B. einen hohen Mindestpreis für die Kakaobohnen oder auch die Fairtrade-Prämien, haben wir den Schülern vermitteln können. Wir von der 8d sind schon richtige Fans von der Fairtrade-Schokolade mit dem passenden Namen „Die gute Schokolade“ geworden und wünschen uns, dass jetzt viele Schüler beim Kauf von Schokolade oder anderen Produkten fair-stehen, welchen Einfluss sie auf die Arbeitsbedingungen in fernen Ländern haben.
Wir finden, dass der Fairday for future ein schöner, aufregender und für uns lehrreicher Tag war. Auch die Rückmeldung von den Sextanern bestätigen uns in diesem Eindruck. Wir hoffen, dass noch weitere schöne Fairtrade-Projekte folgen!

Während die 8d das faire Frühstück vorbereitete, war des Geschichtsprofil damit beschäftigt, Kurzfilme zu fairen Produkten zu erstellen, die dann in einem kleinen Festival den Sextanern vorgestellt wurden. Hinzu kam, dass die Klasse sich mit dem Siegerfilm um einen Preis beim „Bundeswettbewerb für politische Bildung“ bewerben wollte. Also drehte sich auch in 22-Ges in den nächsten Wochen vieles um Fairtrade.

Lara, Jette, Ole und Jana, die sich mit fair produzierter Baumwolle beschäftigten, berichten zur Produktion ihres Films Folgendes: Für das Thema Baumwolle entschieden wir uns, weil wir der Ansicht sind, dass wir uns viel bewusster machen sollten, dass es auch fair gehandelte Kleidung gibt.
Nachdem wir zu Hause erste Informationen recherchiert hatten, trafen wir uns in der Stadt und führten zunächst Straßeninterviews durch. Zudem drehten wir einen Legefilm und befragten ein großes Modehaus zum Thema faire Kleidung. Nun musste das Rohmaterial strukturiert und geschnitten werden. Die Straßeninterviews waren eine Herausforderung für uns, vor allem weil in der Stadt viele Hintergrundgeräusche zu hören waren. Um das Thema faire Baumwolle für Fünftklässler nachvollziehbar zu erklären, entwickelten wir den Legefilm, mit dem wir anschaulich und altersgerecht die schwere Arbeit auf den Plantagen darstellen konnten.
Mit unserem Projekt sind wir insgesamt zufrieden. Durch unsere Recherche und Arbeit erkannten wir, dass Fairtrade-Kleidung bzw. faire Marken eher online erhältlich und leider nicht wirklich verbreitet in Städten sind. Wir sind der Meinung, dass man mehr darauf achten sollte, wo man seine Kleidung erwirbt und wie diese produziert wird. Außerdem durften wir erkennen, dass fair gehandelte Kleidung nicht automatisch teurer ist, da es auch Labels gibt, die faire Kleidung zu „normalen Preisen“ verkaufen. Uns ärgert, dass der größte Markt für Fairtrade-Bekleidung im Internet zu finden ist, weil wir aus Umweltgründen ungern online bestellen wollen. Wir hoffen, dass sich zukünftig mehr Fairtrade-Shops in den Städten ansiedeln, damit das Thema präsenter wird.

Gespannt und vom fairen Frühstück gestärkt saßen am 15. November die Sextaner in der Aula und erwarteten sechs sehr unterschiedliche Kurzfilme zu Bananen, Kaffee, Baumwolle, Reis, Fußbällen und Schokolade, alles Produkte, die auch im fairen Handel eine größere Rolle spielen.
Nach jedem Film standen die „Regisseure“ bereit und beantworteten zum Teil zahlreiche Fragen aus dem Publikum. Am Ende gewann mit deutlichem Anstand der Film zum Thema „Schokolade“, der anschließend zum Wettbewerb zur politischen Bildung eingereicht wurde.

Zum Ende sollen noch einmal die Sextaner zu Wort kommen, die uns Folgendes zum Fairday berichteten:
„Ich habe richtig viel gelernt und konnte meine Mutter auch schon überzeugen, viel mehr Fairtrade-Produkte zu kaufen. Wir waren jetzt gemeinsam einkaufen und haben viel darauf geachtet.“
„Mir hat es viel Spaß gemacht und es war cool, dass wir von Schülern unterrichtet wurden. Sie haben das richtig gut gemacht.“
„Die Schokolade war echt lecker und ich fand die Arbeitsmaterialien gut. Die Filme von der Oberstufe haben mir auch viel Spaß gemacht.“
„Das mit dem Unterricht und mit den Filmen war eine tolle Mischung.“

Birgitta Raddatz und Ralph Ettrich für das Fairtrade-Team der HTS
(aus den HTS-Mitteilungen, gekürzt)

Flower Power für Frauen Power – Frauenrechte stärken mit Fairtrade? (Aktion 2018)

In diesem Jahr stehen fair gehandelte Blumen (vor allem Rosen) im Fokus dieser Aktion. Anlässlich des Internationalen Frauentags am 8. März hat sich deshalb die gesamte Einführungsphase der Oberstufe mit der Situation der Frauen in afrikanischen Blumenfarmen beschäftigt. Und hier gibt es bedeutende Unterschiede zwischen konventionell und fair betriebenen Farmen, was vor allem durch die gemeinsame Sichtung der Dokumentation „Grüne Rosen“ (ZDF) und einen Vortrag von Frau Kluth (Geschäftsführerin Blumen Kluth), die das Faitrade-Team an diesem Tag tatkräftig unterstützte, verdeutlicht wurde.
Im zweiten Teil des Vormittags startete dann ein Wettbewerb unter den teilnehmenden Schüler*innen mit der Aufgabe in einer knappen Stunde eine informative und anschauliche Wandtafel zum Thema fair gehandelte Blumen und Frauenrechte zu gestalten. Die besten Tafeln wurden natürlich präsentiert und prämiert.
Das Frauenrechte nicht nur in Afrika, sondern auch bei uns in Deutschland und sogar vor Ort ein Thema sind, wird nicht erst deutlich durch die aktuelle #metoo-Kampagne oder die Tatsache, dass noch immer in Führungsetagen Frauen Mangelware sind und sie wesentlich weniger als ihre männlichen Kollegen verdienen. Zu diesem Thema konnte das Fairtrade-Team Frau Grams von proFamilia gewinnen, die zusammen mit der Mädchengruppe des BISS über Frauenrechte bei uns in Deutschland und ihr Engagement vor Ort berichtete.
Das Fairtrade-Team hofft sehr, den Oberstufenschüler*innen mit diesem Aktionstag zu verdeutlichen, dass häufig wenige Cents mehr für fair gehandelte Produkte die Lebenslage vieler Frauen (aber auch Männer) in den Produktionsländern, die nicht selten zu den ärmsten der Welt zählen, verbessern hilft.

Faire Woche (Aktion 2017)

Die HTS auf dem Weg zur Fairtrade-School – letzte Etappe „fairwirklicht“
(aus den HTS-Mitteilungen, Sommer 2017)

Schon seit einiger Zeit geht es an der HTS fairer und nachhaltiger zu, denn mehrere Schüler, Eltern und Kollegen haben die Bewerbung zur „Fairtrade School“ angestoßen.
Nachdem sich eine entsprechende Projektgruppe gegründet hatte, initiierte diese, dass zukünftig im Lehrerzimmer nur noch fairer Kaffee und Tee angeboten wird. Die Mensa schloss sich wenig später an. Es folgten weitere Aktionen, wie z. B. der Weihnachtsbasar und zahlreiche Einsätze des „Fairen Caterings“ bei diversen Schulveranstaltungen. Somit fehlte nur noch eine größere Aktion, um die Bewerbung zur „Fairtrade School“ abzuschließen. Erfreulicherweise konnten die Schülerinnen und Schüler der 09b und 09e sofort für das Großprojekt „Faire Woche“ gewonnen werden.
Nach wochenlangen Vorbereitungen, in denen unter anderem fleißig geplant und recherchiert, ein Theaterstück geschrieben und Kleider gesammelt wurden, war es endlich so weit: Vom 15. bis 19. Mai 2017 „fairwirklichten“ die Schüler mehr als zehn Projekte in nahezu 30 Veranstaltungen.

Im Folgenden haben wir einige O-Töne der einzelnen Projektgruppen zu Zielen, Erlebnissen und Ergebnissen während der Woche zusammengetragen.

  • Bananen-Projekt: „Unser Ziel war es, den Schülern des 5. Jahrgangs die Wichtigkeit von fairen Produkten, vor allem anhand von fair gehandelten Bananen, zu zeigen. Dieses Ziel haben wir erreicht, da viele der Fünftklässler verstanden haben, dass es auch an uns liegt, wie Menschen in Mittelamerika behandelt werden.“
  • Kakao-Projekt: „Es war eine tolle Erfahrung mit Schülern aus der 6. Klasse zu arbeiten. Sie zeigten großes Interesse an unseren Materialien und natürlich war der Schokoladentest mit nicht fairer Schokolade das Highlight. Wir denken, dass die Quintaner einiges gelernt haben.“
  • Faires Frühstück: „Wir hatten eine aufregende und spannende Woche. Abschließend können wir sagen, dass wir eine Menge Erfahrung gewonnen haben und beim Thema Fairtrade an der HTS einen großen Schritt weitergekommen sind. Wir waren auch sehr begeistert davon, mit was für einer Motivation das Projekt ins Leben gerufen wurde. Es besteht auf jeden Fall Wiederholungsbedarf!“
  • Kleiderbasar: „Als Ziel für unseren Kleiderbasar hatten wir uns gesetzt, den Schülerinnen und Schülern der HTS zu zeigen, dass man sich nicht immer neue Kleidung kaufen muss. Jeder hat Kleidung, die er oder sie nicht mehr braucht oder mag. Mit unseren Plakaten an den Basarständen wollten wir außerdem auf die Probleme bei der Herstellung hinweisen und über Symbole für faire Kleidung informieren.“
  • Faires Basteln: „Das Besondere war, dass wir mit Sachen gebastelt haben, die wir Menschen eigentlich wegwerfen würden. [...] Unsere Präsentation handelte von verschiedenen Siegeln, die für Fairtrade und Umweltschutz stehen. [...] Wir glauben, dass die Quintaner das Prinzip und unseren Hintergedanken verstanden haben und vielleicht in Zukunft sogar auf Papier und andere Ressourcen achten.“
  • Faires Fußballturnier: „Die 8. Klassen haben viel über fair und nicht fair gehandelte Fußbälle erfahren. Bei der Präsentation haben viele aufmerksam zugehört und auch Fragen gestellt, die wir auch beantworten konnten. [...] Die Fairtrade-Fußbälle waren sehr gut bespielbar und obwohl unter den einzelnen Mannschaften großer Ehrgeiz herrschte zu gewinnen, wurde dennoch fair gespielt.“
  • Faire Stadtrallye: „Unser Ziel war es, dass die Schüler mehr über faire Produkte erfahren, die es in ihrer Nähe zu kaufen gibt. Nachdem alle Gruppen zurückgekehrt waren, fragten wir die Schüler, was sie im Vergleich zu vorher jetzt über faire Produkte wüssten. Dabei stellten wir fest, dass viele zuvor Bio- und Fairtrade-Produkte gleichsetzten. Ihnen war außerdem nicht bewusst, wie viele faire Produkte es auch in Husum zu kaufen gibt.“
  • Faire Küche: „Uns hat das ganze Projekt Spaß gemacht und wir werden in Zukunft vermehrt darauf achten, privat auch faire Produkte zu verwenden. Außerdem haben wir durch dieses Projekt erfahren und besser verstanden, wie anstrengend es ist, ein Projekt komplett alleine zu gestalten und am Ende auch die Verantwortung dafür zu tragen.“
  • Faires Theater: „Abschließend können wir sagen, dass wir nicht nur stolz auf unsere Leistung, die wir selbständig und ohne Hilfe erbracht haben, sind, sondern auch auf alle Mitwirkenden, die unser Theaterstück zum Thema „Jeansproduktion“ überhaupt ermöglicht haben.“

Abschließend möchten wir uns nochmals ganz herzlich bedanken bei der Schulleitung, die das Projekt wohlwollend unterstützt hat, und bei den vielen Kolleginnen und Kollegen, ohne die vieles nicht hätte verwirklicht werden können.
Wer mehr über das Projekt „Fairtrade School“, unseren Bewerberstatus und folgende Aktivitäten (u.a. eine abschließende Ausstellung zur „Fairen Woche“) wissen möchte, ist eingeladen auf den virtuellen Seiten der HTS vorbeizukommen und unter Schulleben mehr zu erfahren.

Die Schülerinnen und Schüler der 09b und 09e mit Kirsten Burmeister, Birgitta Raddatz und Ralph Ettrich