Logo HTS

Ein neues Logo für die HTS

03.07.2026 | Text: Jens Schröder, Brian Zube
Logoentwurf: Jakob Fenske

Es war einmal das Jahr 2025, lange bevor ganz Deutschland über den an der Ostsee gestrandeten Buckelwal sprach. In diesem Jahr 1 v. T. (vor Timmy) starteten wir, die Hermann-Tast-Schule Husum, anlässlich unseres nahenden 500-jährigen Jubiläums einen Wettbewerb. Ein neues Logo sollte her. Im Januar 2026 stand fest: Der Entwurf mit einem Wal überzeugte am meisten. Vor Ostern dann, noch bevor die Schulkonferenz den Entwurf zum offiziellen neuen Logo machen konnte, entstand (neben ganz viel tierischem Leid) ein PR-Problem für uns und unseren Logowechsel: An der Ostsee strandete Timmy. Wie sollte man in diesen Zeiten einen Wal als Logo einführen? Jetzt, nachdem die Timmy-Schlagzeilen etwas zurückgehen, wagen wir es: Der Umriss eines Pottwales (kein Buckelwal!) wird künftig unser Außenbild prägen.
Im Inneren der Schule ist dies schon länger der Fall. Einer Gruppe um den langjährigen Biologie- und Chemielehrer Friedel Twenhöven gelang es 2021 einen Schädel eines jungen männlichen Wales zu Anschauungszwecken an die HTS zu holen. Das Tier gehörte zu einer Gruppe an der Nordseeküste gestrandeter Pottwale. Dessen im Innenhof ausgestellte Skelettteile sind nun eine der vielen Besonderheiten unserer Schule – und erhalten im neuen Logo eine prominente Referenz. Der Logo-Wal trägt die Nordfrieslandfarben, die schon das bisherige HTS-Logo – eine Darstellung des aus dem Schulnamen gebildeten Akronyms – enthielt.
Als Markenzeichen passt der Wal optimal zur HTS: Wir sind eine der ältesten noch bestehenden Schulen Schleswig-Holsteins, erstmalig urkundlich erwähnt bereits 1527 – noch bevor Husum das Stadtrecht erhielt. Auf diese lange Beständigkeit zurückblickend, leben wir zugleich am Puls der Zeit und brechen immer wieder zu neuen Ufern auf. Nicht nur der Wal als Tier, auch die grafische Umsetzung des Logos verkörpert genau das: Eine getragene Serifenschrift für den Schultitel und der leichtere serifenlose Untertitel betonen die Balance zwischen Tradition und Moderne. Auch der an Wellen erinnernde Walumriss vermittelt einerseits Stabilität und drängt andererseits progressiv nach vorn.
Damit symbolisiert der Wal nicht nur unser Dasein als Schule, sondern auch unseren Anspruch an den Umgang mit unseren Schüler:innen. Wir möchten ihnen Halt geben und sie auf dieser Basis zum Aufbruch ermuntern. Dafür braucht es ein Aufwachsen und Lernen in einer echten Gemeinschaft, mit gutem Grund akzentuiert unser neues Schulprogramm den Zusammenhalt als eine Leitdimension. Für uns soll die gegenseitige Unterstützung daher genauso selbstverständlich sein, wie sie in den Sozialverbänden von Walen zu beobachten ist. Oft werden die Tiere zudem mit Klugheit, Tiefgründigkeit und Leistungsvermögen assoziiert – Eigenschaften, die wir unseren Schüler:innen gerne mitgeben möchten. Dabei ist Bildung für uns nicht richtungslos: Während Pottwale im Schlaf eine Gehirnhälfte wachhalten, um Gefahren abzuwehren, nehmen wir uns diese Wachsamkeit als soziale und gesellschaftliche Verantwortung zu Herzen: Wir haben unsere Schüler:innen und alle an Schule Beteiligten als Individuen im Blick und sind demokratischen Werten verpflichtet. Dieser Aufgabe nähern wir uns mit der nötigen Kombination aus Ernsthaftigkeit, Konzentration, Zuversicht und Freude. Dem festen und zugleich frohsinnigen Blick unseres Logo-Wals lässt sich dies wunderbar entnehmen.
Wenn wir jetzt noch erwähnen, dass Wale ihre sprachliche Vielfalt auszeichnet, wird dem letzten Zweifler klarwerden: Der Wal ist zurecht unser neues Logo! Ob er allerdings auch Latein, Altgriechisch, Deutsch, Englisch, Französisch, Spanisch und Italienisch versteht, bleibt offen.
Wir danken allen, die am Logowettbewerb teilgenommen haben und ganz besonders Jakob Fenske, von dem der Siegerentwurf stammt. Er errang in den Abstimmungen jeweils eine absolute Mehrheit – was ein Wa(h)lergebnis!
Im Laufe der nächsten Monate und des Jubiläumsschuljahres 2026/27 wird das Wallogo nun schrittweise eingeführt. Die HTS-Mitteilungen in Ihren und euren Händen tragen es bereits stolz auf der Titelseite. Möge der Wal lange überdauern, vielleicht gar bis ins Jahr 500 n. T.?

(Text aus den HTS-Mitteilungen Nr. 96, Sommer 2026)